Kostenklemme: Segel-Verein sucht Paten für Boote
„Plauer Hai-Live E.V. startet mit neuen Herausforderungen in die Saison“
PLAU AM SEE Sie setzen die Segel: Die Mitglieder des Vereins „Plauer Hai-Live e.V.“ starten in ihre neue Saison. Dazu hat nun der Vereinsvorsitzende Claudio T. Krinke Mitglieder, Sponsoren und Gäste ins Klinikum in Plau am See eingeladen. Sie zogen Bilanz und warfen einen Blick auf die Dinge, die noch bevorstehen.
Momentan gehören dem Verein 26 Mitglieder an, denen fünf Boote zur Verfügung stehen für Training und Wettfahrten bei Regatten. Der Verein zieht eine erfreuliche Bilanz: Zwischen 140 bis 160 Male wird in der Saison (April bis November) gesegelt – mit steigender Tendenz. Doch die Freude ist beim Verein nicht ungetrübt: Sorgen bereiten die laufenden Kosten für die Pflege und Instandhaltung der Boote – ca. 500 Euro pro Boot im Jahr. Der Mitgliedsbeitrag in Höhe von 60 Euro pro Person und Jahr deckt diese Kosten bisher nicht. Deshalb möchte der Verein die Übernahme von Patenschaften für die Vereinsboote anbieten. Sehr wichtig wäre auch die Anschaffung professioneller Sprechfunkgeräte, denn „Walki Talkies“ überlegen nicht lange und Megaphone sind wegen der störenden Lautstärke nicht optimal. Um dieses alles unter einen Hut zu bringen und die Betreuung der Segler optimal zu gestalten, soll bei der nächsten Mitgliederversammlung ein „Regattawart“ gewählt werden.
Während der jetzigen Saison-Auftakt-Veranstaltung präsentierte Mitglied und Segler Uli Schäfer bereits einen Vorgeschmack auf die kommenden Monate: Er zeigte Bilder von Training und Regattateilnahmen, die Lust auf mehr machen. Damit die Saison erfolgreich für den Verein verläuft, bat Claudio Krinke alle um tatkräftige Unterstützung bei der Werbung von neuen Mitgliedern und Sponsoren und bedankte sich im Voraus für den Einsatz des Einzelnen in der bevorstehen Saison 2010. Der Start lässt zumindest hoffen: Die kleine Feier, von Verwaltungsdirektorin Annette Schäfer vorbereitet, stieß bereits auf Interesse. Und tatkräftige Helfer hat der Verein schon jetzt: Dr. Günther Freier, Chefarzt der Neurologie im Plauer Klinikum, den Präsident und dem Vize des Rotary Club Parchim Hans Hopkes und Günter Schulz stehen als Sponsoren und Freunde zur Seite.
Der Verein selbst wurde bereits 2006 von Dr. Peter Schumann, seiner Frau Anette und Wolfgang Giese gegründet. Das gesetzte Ziel ist, behinderten Menschen beim Segelsport die Möglichkeit zu schaffen, ihre sportlichen Fähigkeiten auszuüben mit einer Chancengleichheit im Vergleich mit nicht Behinderten. Schon jetzt gibt es Pläne für die Segelsaison 2011: Es winkt nämlich für die Plauer die Austragung der Landesmeisterschaften.
Zeitung für Lübz - Goldberg - Plau Dieter Hofmann
15.4.2010
„Immer vor dem Wind“ - Behinderte segeln mit dem Plauer Hai-Live e. V.
„Wir vermitteln Freude am Segeln“ lautet das Motto des Vereins Plauer Hai-Live e.V. aus Plau am See in Mecklenburg-Vorpommern. Das ist aber längst nicht alles. Der Verein fördert die Integration von Behinderten durch das Segeln. „Das Segeln“, so sagt die Vereinsvorsitzende Annett Schumann, „ist eine Sportart, bei der Behinderte die gleichen Chancen haben wie Nichtbehinderte“. Dass das mit der Chancengleichheit bestens klappt, beweisen Nachfrage und Erfolge. Inzwischen ist der im Frühjahr 2006 gegründete Verein auf 26 Mitglieder gewachsen, von denen die Hälfte behindert ist. Wobei mit „behindert“ auch Menschen gemeint sind, die sich von einem Schlaganfall erholen, den Segelsport als Teil der Rehabilitation machen. Es sind Menschen, die durch Krankheiten oder Unfälle an den Rollstuhl gebunden oder anderweitig nur eingeschränkt bewegungsfähig sind; darunter auch einige mit geistigen Behinderungen. Die Altersgruppe ist weit gefasst: sie reicht von 18 bis 72.
„Es ist ein gutes Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten und von Alt und Jung“, sagt Annett Schumann und ihr Mann stimmt ihr zu. Er ist Neurochirurg und leitender Arzt an der Reha-Klinik Plau am See. Er weiß um die Schwierigkeiten, die Behinderte haben, wenn sie nach dem Klinikaufenthalt zurück in ihren Alltag gehen. „Viele fallen in ein tiefes Loch.“ Vor diesem Hintergrund entstand die Idee für das Angebot für „Segler mit Handicap.“ Gemeinsam mit einem Herbergsvater vom Plauer See entwickelte das Ehepaar Schumann das Konzept für die Plauer Haie. mehr...
09.12.2008. Sterne des Sports.
Segelsport für Behinderte an der Mecklenburger Seenplatte – Plauer Hai-Live e.V. mit „Stern des Sports“ in Bronze geehrtSegelsport für Behinderte an der Mecklenburger Seenplatte – Plauer Hai-Live e.V. mit „Stern des Sports“ in Bronze geehrt
Wenn querschnittsgelähmte Segler Sportlern ohne Handicap davon segeln, ist das wahrscheinlich der Verdienst des Plauer Hai-Live e.V. Dessen in Deutschland einzigartiges Engagement für die Integration behinderter Menschen wurde von der Volks- und Raiffeisenbank Güstrow eG mit einem „Großen Stern des Sports“ in Bronze ausgezeichnet.
„Ein Behinderter, der bei uns das Segeln gelernt hat, kann mit so einem Boot genau das gleiche wie ein Nichtbehinderter“, berichtet Claudio Krinke, 2. Vorsitzender des Plauer Hai-Live e.V. Er macht deutlich, dass es beim Segeln in Plau nicht nur um sportliche Leistungen geht: „Wir integrieren Menschen mit Behinderungen durch den Segelsport und steigern deren Selbstbewusstsein ungemein.“ Die speziellen Boote des Vereins, die „2.4 mR“, haben einen festen Kiel, der mit 180 Kilo Bleiballast gefüllt ist. „Da kann Welle, Wind oder Sturm kommen – die können nicht kentern. Bug und Heck sind mit Styropor ausgeschäumt, so dass niemals soviel Wasser einlaufen kann, dass sie untergehen“, so Claudio Krinke.
Der Verein hat in diesem Jahr bei der Kieler Woche mit drei Booten an der paralympischen Klasse „2.4 mR“ teilgenommen. Erstmals durften dabei auch Nichtbehinderte starten. Der Vereinsbeste, Segeltrainer Peter Schumann, ist 24. geworden – der hat kein Handicap. Alle 23 Platzierten vor ihm waren behindert. Der erst 2006 gegründete Verein hat mittlerweile sogar einen möglichen zukünftigen Olympioniken in seinen Reihen. Kirk Parcyk trainiert momentan für sein großes Ziel: die Paralympics 2012 in London,
Zum Schnuppersegeln kann jeder nach Plau kommen, ob mit oder ohne Vorkenntnisse, mit oder ohne Handicap. Die 26 Vereinsmitglieder, von denen etwa die Hälfte behindert ist, trainieren gemeinsam. Die barrierefreie Herberge Plau am See lädt Gäste zum Bleiben ein. Die 1000 Euro Preisgeld für den ersten Platz bei den „Sternen des Sports“ werden dringend benötigt. Es kommen erhebliche Kosten auf den Verein zu, die sich aus 60 Euro Jahresbeitrag für die Vereinsmitglieder allein nicht bewältigen lassen. Der mobile Kran, mit dem die Boote zu Wasser gelassen werden, muss zum Jahresende ausgetauscht werden.
Gleich sechs Gewinner wurden geehrt
Beim Gruppenfoto nach der Siegerehrung mussten die vielen Gewinner zusammenrücken. 21 Vereine hatten sich für einen „Stern des Sports“ beworben. Die vielen interessanten Projekte machten es der Jury nicht leicht. So kam es, dass am selben Abend fünf weitere „Sterne des Sports“ in Bronze vergeben wurden. mehr...